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Aktuelles

Zum 275. Jubiläum des Jägerhauses gibt es ein Wiedersehen mit ortsverbundenen, altbekannten Musikern

Pressespiegel zum Kammerkonzert am 24. Oktober 2021, 19 Uhr

Dazu tanzte man in der Barockzeit

Franziska Finckh und Evelyn Laib überzeugen bei „Musik im Jägerhaus“

Von unserem Mitarbeiter

Markus Wittig

 Franziska Finckh und Evelyn Laib


Nach einem Jahr Corona-Zwangspause startete im Forster Jägerhaus am Sonntagabend die Konzertreihe „Musik im Jägerhaus“ in die neue Saison. Unter dem Titel „Concert royal“ erklang französische Barockmusik aus der Zeit Ludwigs XIV., des französischen Sonnenkönigs.

 

Franziska Finckh an der Gambe und Evelyn Laib am Cembalo bezauberten das Publikum vom ersten Ton an mit einer perfekt abgestimmten Darbietung. Virtuos und mit viel Gefühl kam die „Suite en fa“ des Hofkomponisten Marin Marais daher. Bereits beim „Prélude“ fühlte man sich an den königlichen Hof versetzt und sah vor dem geistigen Auge die adeligen Tänzer. Solistisch konnte Franziska Finckh den enormen Tonumfang der Gambe bei zwei Sätzen aus der „Suite en ré mineur pour viole seule“ zeigen. Mit ausschweifenden Bewegungen schwang sie den Bogen über das siebensaitige Instrument, so dass mehrstimmige Melodien und Akkorde entstanden.

 

Der Anlass der „Suite en la“ von Francois Couperin ist kein fröhlicher: Es geht um Tod und Sterben. Sehr virtuos und nach der Spielanweisung „sehr ernst“ kam die eigentliche Bestattung, die „pompe funèbre“ daher. Eine ruhige Melodieführung, exzellent begleitet am Cembalo, machte den Satz zum Hörgenuss. Im Gegensatz dazu erklang der Schlusssatz „La chemise blanche“, also das weiße Hemd, sehr fröhlich und rhythmisch.

 

Antoine Forqueray, ebenfalls ein französischer Komponist am Hofe Ludwigs XIV. und mit der Gambe vertraut, komponierte die „Suite en sol mineur“. Solistisch und im Duett präsentierten die Musikerinnen die verschiedenen Sätze. „La Marella“, beschwingt und abwechslungsreich zu Beginn, gefolgt von einer ruhigeren „Sarabande“. Mit überwiegend gebrochenen Akkorden und Trillern wurde beim „Carrillon de passy“ ein französisches Glockenspiel nachgeahmt.

 

Schlusspunkt setzte ein musikalisches Labyrinth von Marin Marais. Gab es doch in den Schlossgärten einige Irrgänge zu bestaunen, bezog sich der Titel auf das musikalische Gebilde dieses Werks. Marais komponierte hier ein grandioses Stück, welches in A-Dur startet, dann durch alle Tonarten des Quintenzirkels wechselt, um schließlich wieder in A-Dur zu enden. Franziska Finckh und Evelyn Laib sind wahre Meister an ihrem Instrument und bescherten den Zuhörern einen wahrhaft virtuosen Konzertabend.

 

Diese bedankten sich mit einem lange anhaltenden Applaus, für den es auch prompt noch eine Zugabe gab.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der "Badischen Neuesten Nachrichten" 

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