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Zum Abschluss der Saison:
„Spark, die klassische Band“ präsentiert ihr neues Programm

Sonntag, 26. Januar 2020, 19 Uhr

Zerstreuung und Erholung mit Mozart

Das Trio Divertissement glänzt im Jägerhaus in Forst mit kammermusikalischen Perlen

Trio „Divertissement“

Trotz der vielen Parallelveranstaltungen an diesem Wochenende, besonders auch aus dem Bereich der klassischen Musik, hatten mehr als 130 Besucher den Weg in den Hubertussaal des Jägerhauses in Forst gefunden.

Sie wollten dem vorletzten Kammerkonzert der aktuellen Saison beiwohnen. Und das zur besonderen Freude der Organisatoren der renommierten lokalen Kulturreihe, die alle verfügbaren Stühle noch kurz vor Veranstaltungsbeginn platzieren mussten, um dem Besucherandrang gerecht zu werden.

„Rund um Mozart“ mit dem Untertitel „Musik ist Divertissement“ war der Name des Programmes, mit dem das „Trio Divertissement“ seinem Publikum ein sehr abwechslungsreiches und besonderes Programm bot.

„Nomen est Omen“ kann man sagen, denn seit dem späten 17. Jahrhundert steht der Begriff „Divertissement“ für Ablenkung vom Alltag, für Zerstreuung und Erholung. Und genau das boten an diesem Sonntagabend die Flötistin Heike Nicodemus, der Violinist Gerd-Uwe Klein und die Cellistin Rahel Klein als Trio „Divertissement“ in Reinkultur.

Ihr Programm, das Gerd-Uwe Klein bei seiner Begrüßung als sehr schöne „Unterhaltungsmusik“ aus dem Umfeld Mozarts charakterisierte, war denn auch eine wunderbare Zusammenstellung von Stücken einiger Komponisten aus dem Umfeld beziehungsweise dem Freundeskreis Mozarts. Die drei renommierten Solisten boten auf Kopien von Originalinstrumenten des 18. Jahrhunderts wunderbare Interpretationen von selten zu hörenden kleinen kammermusikalischen Perlen.

Mit Mozart begann das Konzert und sollte auch damit enden – aber nicht mit einem Original, sondern mit wunderbaren zeitgenössischen Bearbeitungen von mittlerweile zu Klassikern gewordenen Stücken. Die Ouvertüre aus der „Zauberflöte“ machte den Anfang, der Vogelfänger das Ende. Die Bearbeitung der Orchesterstücke für das kleine Ensemble hatte seinen eigenen besonderen Charme, und die drei machten daraus in fulminanten Darbietungen echte musikalische Kleinode.

Alle drei glänzten auf ihren Instrumenten, Heike Nicodemus mit weichem, warmen Ton auf der Traversflöte, Gerd-Uwe Klein mit exzellenter dynamischer, expressiver Gestaltung auf der Violine und Rahel Klein mit wunderbaren Strich und der präzisen runden und sonoren Tongestaltung auf dem mit Darmsaiten bestückten Cello.

Und so interpretierten sie in der Folge eher unbekanntere, aber dennoch begeisternde Stücke von Haydn, dem leider fast in Vergessenheit geratenen Gambisten Karl Friedrich Abel, einem Freund und Partner von Johann Christian Bach, mit dem er gemeinsam in London war und dessen „Trio in C-Dur“ auch zu hören war.

Ein zusätzlicher Höhepunkt war die „Sonate in G-Dur“ von Ignaz Holzbauer, einem Komponisten der auch in Mannheim tätig war. Bei dessen schönem spätbarock anmutenden Stück konnten alle drei noch einmal ihre absolute Musikalität und Klasse ausspielen.

Thomas von Haefen (mit freundlicher Genehmigung der "Badischen Neuesten Nachrichten")