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Zum 275. Jubiläum des Jägerhauses gibt es ein Wiedersehen mit ortsverbundenen, altbekannten Musikern

Pressespiegel zum Konzert am 25. September 2022

Jägerhaus feiert mit Klassik Geburtstag
Viel Virtuosität bei Jubiläumskonzert in Forst

 
Glückwunsch an das Jägerhaus in Forst: Seit 1747 steht das Dienstgebäude der fürstlichen Oberjäger in Forst. Die bekannte Kammermusikreihe „Musik im Jägerhaus“ gratuliert dieses Jahr zum 275jährigen Bestehen des Gemäuers.
 
Mit dem CelloDuo Ute Petersilge und Dmitri Dichtiar gelang eine grandios virtuose Eröffnung des Geburtstagsständchens.
 
Mit Werken von Domenico Gabrielli bis hin zu Luigi Boccherini schlugen sie eine Brücke vom frühen Barock bis zur Klassik, also genau die Zeit, in der das Jägerhaus entstand. Gabrielli komponierte mit der „Sonate Nr. 2 A-Dur“ mit das erste Werk für Cello Solo. Das Duo faszinierte vom ersten Ton an mit einem warmen, vollen Klang. Ein gut artikuliertes Allegro beeindruckte genauso, wie das stimmungsvolle Largo.
 
Wie aus einem Guss erklang das Largo aus der „Sonata Nr. 3 a-moll“ des ebenfalls aus Italien stammenden Benedetto Marcello. Die langen Phrasen wurden gut ausgeschmückt zum Hörgenuss. Dass Ute Petersilge und Dmitri Dichtiar ihr Instrument beherrschen, wurde auch bei der folgenden virtuos gestalteten Sonate von Antonio Vivaldi deutlich.
 
Georg Philipp Telemann brachte 1728 eine der ersten Musikzeitschriften heraus. „Der getreue MusicMeister“ sollte das Musizieren zu Hause fördern. Dmitri Dichtiar fühlte sic h bei der daraus gespielten „D-Dur Sonate“ an die Sage des Orpheus erinnert, und nahm die Zuhörer mit in die griechische Mythologie. Das Lento stellte mit seinen zwei Motiven Eurydike und Orpheus vor, während im Allegro mit absteigenden Basstönen der Weg in die Unterwelt interpretiert werden kann.
 
Das aufsteigende Motiv des Largo stellt die Rückreise in die Oberwelt dar, bei der sich Orpheus allerdings nicht zu Eurydike umdrehen darf. Wie wir wissen, tut er es doch und die Frau erstarrt, musikalisch ausgedrückt mit einem Trugschluss. Ein fröhliches Allegro mit überraschendem Schluss bildete das Ende der Sagengeschichte.
 
Mit der „Sonata Nr. 3 C-Dur“ von Francesco Geminiani kam das Duo dann auch endgültig in der frühen Klassik an. Auch hier überzeugten die beiden Musiker mit purer Virtuosität und Spielfreude.
 
Zum Abschluss erklang die „Sonate Nr. 5 F-Dur“ von Luigi Boccherini. Er ist ein Pflichtkomponist für Cellisten. Auch hier überzeugten Ute Petersilge und Dmitri Dichtiar nochmals mit melodiösen Phrasen und warmen Klängen, dass sie ihr Instrument beherrschen.
 
Das Publikum brachte seinen Dank für diesen virtuos genialen Abend mit reichlichem Applaus zum Ausdruck. Das Duo bedankte sich mit einer Zugabe und so darf man gespannt sein, auf die weiteren Geburtstagskonzerte im Jägerhaus.
Markus Wittig (Abdruck mit freundlicher Genehmigung der "Badischen Neuesten Nachrichten")