Spark

Kammerkonzerte der Saison 2011/12


Pressespiegel zum Kammerkonzert am 19. Februar 2012
mit der Gruppe Spark - die klassische Band

Mit Neugier und Herzblut
Spark gestaltete die "Musik im Jägerhaus Forst"

Am Faschingssonntag hatte bei der Musik im Jägerhaus Forst eine ganz besondere Kammermusikformation ihren Auftritt: Spark - die klassische Band. Die fünf jungen Musikerinnen und Musiker widmen sich mit Neugier und Herzblut dem Thema Crossover. Sie beherrschen ihre klassischen Instrumente Blockflöten, Violine und Viola, Violoncello und Klavier meisterlich, bewegen sich damit aber abseits ausgetretener kammermusikalischer Pfade. Ihre mitreißenden Arrangements schreiben sie meist selbst; sie sind ein fröhlicher Mix aus Alter Musik und unterschiedlichen Strömungen des 20. und 21. Jahrhunderts. Harmonisch nicht allzu herausfordernd, setzen sie vor allem auf rhythmischen Drive, die Fortsetzung und das Aufbrechen von Mustern. Gerne nimmt Spark Anleihen bei der Minimal Music, die fantasievoll weitergesponnen werden.

Für das Programm "Folk Tunes - Sounds like home" haben sie auch befreundete Komponisten aus ganz Europa gebeten, Originalkompositionen beizusteuern. Heraus kam eine interessante, witzige, spritzige Mischung, die sich, und das ist der einzige Einwand, auf die Länge des Konzertes doch ein wenig abnützte. Andrea Ritter und Daniel Koschitzki, Blockflöten, Stefan Glaus, Violine und Viola, Victor Plumettaz, Violoncello und Mischa Cheung, Klavier, sollten darüber nachdenken, ob sie nicht doch mit der einen oder anderen langsamen Nummer mehr musikalische Abwechslung in ihr Programm bringen könnten.

Daniel Koschitzki übrigens führte interessant und gewitzt durch den Abend. Andrea Ritter und er konnten auf mehrere Dutzend Blockflöten zurückgreifen, vom Piccologezwitscher bis zum tiefen Brummen waren alle Register vertreten. Der Komponist Johannes Motschmann war gleich mit drei Stücken dabei, die Volksweisen zum musikalischen Kern hatten. Von der Türkei über den Balkan bis nach Finnland ging die Reise, ein Höhepunkt des ersten Programmteils war die Gegenüberstellung von Lera Auerbachs Prelude No. 16 b-Moll und dem deutschen Volkslied „Ich hab die Nacht geträumt“, das in Koschitzkis schaurig-schönem Arrangement ertönte.

Eine Reverenz galt dem blinden Stadtpfeifer Jacob van Eyck, der mit den virtuosen „Boffons“ aus dem Fluyten Lust-Hof von 1654 vertreten war. Als zweiter Ahnherr des ambitionierten Flötenspiels wurde Jacques Duphly mit einem Rondeau aus dem Jahr 1744 zitiert. Die Ohrwürmer „Greensleeves“ und „Scarborough Fair“ repräsentierten Good Old England. Doch nicht nur Blockflöten und Melodica erwiesen sich als überraschend coole Instrumente - auch Geige, Bratsche, Violoncello und nicht zuletzt das Klavier eigenen sich hervorragend für fantasievolle Grenzgänge.

Brigitta Schmid