Pressespiegel zum Kammerkonzert am 19. Februar 2012
mit der Gruppe Spark - die klassische Band
Mit Neugier und Herzblut
Spark gestaltete die "Musik im Jägerhaus Forst"
Am
Faschingssonntag hatte bei der Musik im Jägerhaus Forst eine ganz besondere
Kammermusikformation ihren Auftritt: Spark - die klassische Band. Die fünf
jungen Musikerinnen und Musiker widmen sich mit Neugier und Herzblut dem
Thema Crossover. Sie beherrschen ihre klassischen Instrumente Blockflöten,
Violine und Viola, Violoncello und Klavier meisterlich, bewegen sich damit
aber abseits ausgetretener kammermusikalischer Pfade. Ihre mitreißenden
Arrangements schreiben sie meist selbst; sie sind ein fröhlicher Mix aus
Alter Musik und unterschiedlichen Strömungen des 20. und 21. Jahrhunderts.
Harmonisch nicht allzu herausfordernd, setzen sie vor allem auf rhythmischen
Drive, die Fortsetzung und das Aufbrechen von Mustern. Gerne nimmt Spark
Anleihen bei der Minimal Music, die fantasievoll weitergesponnen werden.
Für das
Programm "Folk Tunes - Sounds like home" haben sie auch befreundete
Komponisten aus ganz Europa gebeten, Originalkompositionen beizusteuern.
Heraus kam eine interessante, witzige, spritzige Mischung, die sich, und das
ist der einzige Einwand, auf die Länge des Konzertes doch ein wenig
abnützte. Andrea Ritter und Daniel Koschitzki, Blockflöten, Stefan Glaus,
Violine und Viola, Victor Plumettaz, Violoncello und Mischa Cheung, Klavier,
sollten darüber nachdenken, ob sie nicht doch mit der einen oder anderen
langsamen Nummer mehr musikalische Abwechslung in ihr Programm bringen
könnten.
Daniel
Koschitzki übrigens führte interessant und gewitzt durch den Abend. Andrea
Ritter und er konnten auf mehrere Dutzend Blockflöten zurückgreifen, vom
Piccologezwitscher bis zum tiefen Brummen waren alle Register vertreten. Der
Komponist Johannes Motschmann war gleich mit drei Stücken dabei, die
Volksweisen zum musikalischen Kern hatten. Von der Türkei über den Balkan
bis nach Finnland ging die Reise, ein Höhepunkt des ersten Programmteils war
die Gegenüberstellung von Lera Auerbachs Prelude No. 16 b-Moll und dem
deutschen Volkslied „Ich hab die Nacht geträumt“, das in Koschitzkis
schaurig-schönem Arrangement ertönte.
Eine Reverenz
galt dem blinden Stadtpfeifer Jacob van Eyck, der mit den virtuosen „Boffons“
aus dem Fluyten Lust-Hof von 1654 vertreten war. Als zweiter Ahnherr des
ambitionierten Flötenspiels wurde Jacques Duphly mit einem Rondeau aus dem
Jahr 1744 zitiert. Die Ohrwürmer „Greensleeves“ und „Scarborough Fair“
repräsentierten Good Old England. Doch nicht nur Blockflöten und Melodica
erwiesen sich als überraschend coole Instrumente - auch Geige, Bratsche,
Violoncello und nicht zuletzt das Klavier eigenen sich hervorragend für
fantasievolle Grenzgänge.